Es gibt nichts, was nicht zuvor im Geist war

„Alles Gescheite ist schon gedacht worden,
man muss nur versuchen,
es noch einmal zu denken.“
(Goethe)

Es gibt nichts, was nicht zuvor in der unendlichen Weisheit war. Wir können nicht etwas „erfinden“ in dem Sinn, in dem wir es als einzige gedacht haben und es deshalb „unsere“ Erfindung ist. Denn im kollektiven Unbewussten existiert bereits alles, was uns in den Sinn kommt. Nur deshalb kommt es uns in den Sinn, weil es schon existiert.

Übrigens:
In der Bibel heisst es: „…dass alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist.“ (Hebräer 11:1-3, Einheitsübersetzung 2016)
Das heisst, auch Materie kann nur existieren, wenn sie vorher im grossen Geist vorbereitet wurde.

Was wir für die Seele tun

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie Menschen mit ihrer Seele umgehen. Es ist ja offensichtlich, dass die meisten Leute nichts für sie tun, weil ihnen die materielle Welt viel wichtiger ist. Doch nach unserem irdischen Leben ist das einzige, was weiterlebt, die Seele. Und die muss dann in einer ganz anderen, astralen Welt überleben, die im Vergleich zur Materie viele verschiedene, herausfordernde, Schichten und Ebenen hat.

Unsere Aufgabe ist es, in diesem kurzen Abschnitt, in dem wir einen Körper tragen, die Seele für die folgenden Welten vorzubereiten und darauf zu achten, dass sie in bessere Welten reisen kann. Die Erde ist ja eigentlich nur ein Ort manifestierter Probleme. Hier gibt es keine Harmonie und schon gar kein Lebensraum für die Seele, sie wird im Körper eingesperrt wie in einem Gefängnis.

Es ist also wichtig, seelische Arbeit zu leisten und ein Gleichgewicht zwischen dem seelischen und dem ebenfalls anspruchsvollen, materiellen Leben zu finden. Es wird Zeit, dass wir hinter den Vorhang sehen und unsere Seele kennenlernen. Denn sie lebt in einer Welt, die im Vergleich zur Materie viel realer ist. Diese Welt, die im Unsichtbaren liegt, ist viel mächtiger und grösser, als unsere Alltagswelt, die sichtbare Welt.

Ehrlichkeit – Ein Problem für die Menschheit

Die Leute sind oft in alten Gewohnheiten gefangen. Deshalb lügen sie auch dafür. Den meisten fallen Veränderungen ihrer Lebensweise sehr schwer. Sie wollen sich lieber in die Gesellschaft einfügen und mittendrin sein, wo sie in „Sicherheit“ sind. Doch ist die Gesellschaft wirklich ein sicherer Ort? Die Leute verschweigen die Schattenseiten unseres Systems.

Sie lügen lieber, als darüber nachzudenken, ob das auch richtig ist, was sie tun. Das würde Arbeit bedeuten. Und, sie müssten ehrlich mit sich selber sein. Wenn wir ehrlich sein würden, müssten wir eine Gesellschaft gründen, die nicht andere Kulturen ausbeutet, eine Gesellschaft, die die Seele nicht leugnet und eine Gesellschaft, die die Umwelt beschützt.

Aber, wir sind nicht ehrlich. Viele von uns haben Muster entwickelt, mit denen sie alles schön reden „Es ist halt so.“ Oder mit denen sie sich als Opfer darstellen. „Da kann ich auch nichts machen.“ Diese Muster sind allgegenwärtig. Damit machen wir uns aber schwächer, als wir wirklich sind. Wir verleugnen unsere eigene Identität.

Meine Gedanken über die Lebensweise

Mir ist es immer schwer gefallen, mich für einen Beruf zu entscheiden. Es gab nie diesen einen „richtigen“ Beruf, alle Ausbildungen haben mich (bis heute) enttäuscht. Das Bedürfnis, erst einmal mich selber kennenzulernen und meine eigenen Vorstellungen vom Leben umzusetzen, war viel zu stark. Die Lebensweise ist für mich wichtiger, als einen Beruf auszuwählen.

Diese Einstellung hatte ich schon ganz früh, sie hat mich immer begleitet. Da war das Interesse für die verschiedenen Kulturen wie Indianer, Buddhisten oder Pilgerer und ich beschäftigte mich mit dem Verhalten der Tiere, vorallem der Hunde und Pferde. Es gab viele Lebensbereiche, die ich kombinieren wollte. Doch in unserer Zivilisation ist es fast unmöglich, sich ein solches Umfeld zu schaffen.

Mir fällt auf, wie wichtig es ist, sich ein Umfeld zu schaffen, indem man seine eigenen Interessen umsetzen kann. Doch mir fällt auch auf, dass die meisten Leute sich an das bestehende Umfeld anpassen. Das System ordnet uns in bestimmte Kategorien ein, anstatt uns zu ermöglichen, eine eigene, selbständige Lebensweise zu wählen.

Von uns wird verlangt, in einer gespaltenen Gesellschaft zu leben, in der Konsum und Ausbeutung vorherrschen. Dieses materialistische System wird aber früher oder später einsehen müssen, dass es nicht auf egoistischen und machtzentrierten Erfolg ankommt, sondern auf Vielseitigkeit und Nachsicht. Wir müssen wieder mehr auf die Erde hören, damit wir eine Gesellschaft entwickeln können, die sich selbst versorgen kann, ohne dabei andere Kulturen auszubeuten.

Die eigene Trauer durchleben

Ich glaube, jeder Mensch hat eine Trauer, die er in dieses Leben mit sich bringt und die er aus ganz verschiedenen Gründen und in verschiedenen Mengen dabei hat. In früheren Leben haben wir ja ganz viele Erfahrungen gemacht, die uns emotional geprägt haben und immer noch nicht loslassen.

Manchmal wird ebendiese intensive Traurigkeit verdrängt und man versucht, „stark“ zu sein. Das ist allerdings eher ein Davonrennen als ein Besiegen. Es ist unsere Aufgabe, diese Gefühle an uns heran zu lassen und durch sie hindurchzugehen. Nur so können wir uns am Ende von der Last der vielen Traurigkeit befreien.